Wie lerne ich Parkour
Wie lerne ich Parkour

Ein kleiner Schwank aus meiner Anfangszeit

Als ich – Daniel – mit Parkour und Freerunning vor vielen Jahren – genau genommen 2006 – angefangen habe, war die Bewegungswelt da Draussen riesig und ohne ein helfende Hand war es schwer, zu verstehen, wie viele Möglichkeiten vorhanden sind, um sein Training spannend zu gestalten. Man hatte natürlich die Basics vor Augen, die man auch heute immernoch diszipliniert wiederholt (zumindest sollte das jeder gewissenhaft tun), aber mit einiger Zeit an Training verändert sich der Blickwinkel natürlich und man sucht nach neuen Möglichkeiten. Ich fragte mich „Wie lerne ich Parkour?“

Heute gibt es tausende Videos und tausende (angehende) Sportler da draussen. Es erhöht die Menge an Informationen, die man erhalten kann und die Menge an Trainingspartnern um ein Vielfaches als zu dem Zeitpunkt, wo ich angefangen habe. Aber: Ebenso ist die Chance, an unqualifiziertes Videomaterial zu gelangen oder an Trainingspartner mit einem gefährlichen und/oder falschen Trainingsstil zu geraten, damit stark angewachsen.

Dieser Artikel soll relativ kurz und überschaubar eine Übersicht bieten aus meinen 8 Jahren Parkour- und Freerunning Erfahrungen, um sich besser zu orientieren. Ich gehöre noch zur Generation, die sich alles selbst beibringen musste und eher wenig Anleitungen und Trainingspartner zur Verfügung hatte. Heute kann ich für meinen Teil sagen: Ich bin froh, das ich damals ins kalte Wasser geworfen wurde und nicht alles vorgekaut wurde.

Blick auf den aktuellen Stand

Heutzutage wird man mit einer Flut an Informationen für Parkour, Freerunning und das Training überhäuft. Es gibt zig Tutorials im Internet, es gibt Parkour-Parks und überall weltweit gibt es kleine und große Parkour Gruppen und Communities, wenn auch nicht in jeder Region.

Womit sollte ich also beginnen?

Für die Anfänge ist es in erster Linie sinnvoll, sich mit den Basistechniken von Le Parkour zu beschäftigen.
Dazu sind für Anfänger vorallem geeignet:

– Präzisionssprünge
– Wallruns
– Armsprünge
– Lazyvault und Stepvault
– allgemeiner Bewegungsfluss

Diese Basics stellen ein gutes Fundament da und können über Tutorials relativ sicher und einfach nachgemacht werden, sofern man die die Höhen der Hindernisse nicht über Schulterhöhe (bei Wallruns bis ca. 2m) ansetzt und können sehr oft und ausdauernd wiederholt werden, um sich auf schwierigere Sprünge einzulassen.

Ein alter Parkour-Kollege von mir, Urban Amadei, hat dazu ein gutes Video vor einigen Jahren online gestellt.
Ich möchte es an dieser Stelle gerne mit euch teilen und Grüße gehen raus!

Wie geht es weiter?

Sinnvoll ist es, zeitgleich eine kleine Parkourgruppe in der Umgebung zu suchen oder einfach ein paar Freunde mit ins Boot zu holen. Wichtig ist hier, dass das Training meiner Meinung nach sowohl alleine als auch in der Gruppe sehr unterschiedlich ist, aber beide Versionen sind essentiell.

Während das Training mit dir selbst sehr viel mehr spüren lässt, was du tust und du oft im „Tunnel“ mit deinen Bewegungen bist, oft auch mehr das trainierst oder entdeckst, was deinen Stil ausmacht, so sind Trainings mit einem Freund oder in Gruppen oft gut für kreative Einblicke, Tipps und Inspirationen für neue Bewegungen.

Allerdings hat das Gruppentraining, gerade am Anfang, oft den Nachteil, dass es dich manchmal von deinem eigentlichen Fokus – z.b. „Meine Präzis sind schlecht, ich muss die mehr trainieren – ablenkt und dich andere Dinge tun lässt, als du vllt. geplant hast und ebenfalls wieder den Gefahrenfaktor steigert, etwas zu tun oder nachmachen zu wollen, was du eigentlich noch nicht machen solltest oder wofür ein anderer Tag geeigneter werden. Natürlich entwickelt sich in Gruppen, ob freundschaftlich oder kompetetiver, immer eine Art Druck, besser zu werden und ggf. auch Andere zu übertrumpfen.